Der Hof

Am Rande des Naturschutzgebietes Siebengebirge liegt der historisch gewachsene Bio- und Kulturhof Mucherwiese. Die Vielfältigkeit auf kleinem Raum macht diese grüne Insel zu einer reichen Schatzkiste der Natur. Zugleich schafft sie einen besonderen Rahmen für die Landschaftspflege sowie für das Leben und Wirken auf der Mucherwiese, das durch Bewohner:innen, Helfer:innen und Gäste geformt wird.

Hofphilosophie

Der Sinn der Sache

All unser Tun wird von den alltäglichen Bedürfnissen eines lebendigen Hoforganismus geleitet sowie den immer lauter werdenden Bedürfnissen der Erde, auf der wir leben – und der Gesellschaft, die sie formt und pflegen sollte.

Zusammen leben und arbeiten

Bewohner:innen, (integrative) Mitarbeiter:innen und ehrenamtliche Helfer:innen pflegen, bewirtschaften und verantworten im Sinne der Gründungsidee den Bio- und Kulturhof Mucherwiese. Für die landwirtschaftliche, soziale, künstlerische und individuelle Arbeit suchen wir in der Anthroposophie einen möglichen Weg, geistig getragen und sinnhaft zu handeln.

Wohnprojekt

Wir Bewohner:innen sind eine generationenübergreifende, integrative und selbstverwaltete Hofgemeinschaft mit 8 Erwachsenen sowie 6 Kindern und Jugendlichen. Unsere Lebensläufe, Fähigkeiten und Bedürfnisse sind so vielfältig wie der Garten selbst. Der Wunsch nach einer Lebensweise im näheren Kontakt mit der natürlichen Umwelt, dem Leben in einer Gemeinschaft und die Förderung eines gemeinwohlorientierten Ortes haben uns 2017 zusammengeführt. Vereint sind wir in dem Willen forschend und konkret mit der Frage umzugehen: In welcher Welt wollen wir leben? Heute und in Zukunft? Leitend ist hierbei die Hingabe in Beziehung zu bleiben – zu uns selbst sowie zu unserem sozialen und globalen Umfeld. Im lokalen handeln zu können verleiht uns Sinn und Motivation für dieses Projekt.

Gäste & Besucher

Die Mucherwiese ist als gemeinwohlorientierter Ort offen für Gäste und Besucher. Sie bietet Zeit und Raum für Ruhe und Begegnung. Diese Gelassenheit im Grünen wird hochgeschätzt. Dass unsere Arbeit hier am Ort vielen Menschen etwas Gutes tut, unterstützt unseren Willen, die Zeit und Kraft der Pflege und Entwicklung der Mucherwiese zu widmen.

Stimmen

Meine Augen sehen den paradiesischen Ort, nehmen den ‚Duft‘ des Sommers, die Farben, die Blütenpracht wahr und ich helfe die Essenz dessen als Honig ins Glas zu geben.

Stimmen

Schöne und wichtige Tage dürfen wir hier verbringen, um die Kreise zu festigen, die Menschen, wir, um die Mucherwiese bilden, wo Leben gelebt, Gemeinschaft gepflegt und geübt wird.

Stimmen

Hier ist immer etwas in Bewegung, der Garten kennt keinen Stillstand. So bin ich gespannt wohin mich so manches Samenkörnchen, das ich auf der Mucherwiese aufgesammelt habe, hintreibt.

Gartenbau & Landschafts­pflege

Unser Garten und die Landschaft sind ein lebendiger Organismus, der sich im Jahreslauf in stetem Werden und Vergehen befindet.
Die Natur- und Kulturlandschaft begreifen wir als Lebensraum und Rückzugsort zugleich. Ihre Flächen umfassen rund fünf Hektar Land, das sich aus Wiesen und Weiden, Wald und Gewässern sowie einem Hektar Gartenland zusammensetzt.

Erde & Kosmos

Den Gartenbau betreiben wir unter biologisch-dynamischen Gesichtspunkten. Wir unterstützen u.a. mit Kompostwirtschaft, dem Ausbringen von Präparaten, schonender Bodenbearbeitung und der nötigen Zeit die natürlichen Kreisläufe. Die geistigen und kosmischen Kräfte in diese Arbeit mit einzubeziehen, hilft der gesunden Entwicklung alles Lebendigen.

Obstwiesen mit alten Apfelsorten, Birnen, Kirschen und Zwetschgen.

Gemüsefelder mit vielfältigen saisonalen Gemüsesorten und Salatpflanzen.

Terrassengärten mit Kräutern, Beeren, Heilpflanzen, Stauden und selbstgezogenen Sommerblumen.

Geben & Nehmen

Unsere Hoftiere bereichern uns nicht nur mit Eiern, Wolle oder Honig. Vor allem dienen sie in der ökologischen Landwirtschaft der nachhaltigen Beweidung, der Pflanzenbestäubung oder mit ihrem Mist der Bodenfruchtbarkeit. Auf der Mucherwiese leben neben Hunden und Katzen auch Bergschafe, Zwergziegen, Hühner und Bienen in artgerechter Haltung.

Erntedank

Die Hofprodukte dienen in erster Linie der Selbstversorgung. Wir begreifen unsere Lebensmittel als Nahrung für Körper, Geist und Seele. Diese Lebensqualität teilen wir aber auch mit Menschen aus der nahen Umgebung, Feriengästen oder Besuchern unserer kulinarischen Veranstaltungen.
Sprechen Sie uns an!

Schutz & Nutzen

Mit der Landschaftspflege wirken wir regenerativ auf die vielfältigen Ökosysteme und ihre Übergangszonen. Klimaschutz, Bodengesundheit und Artenvielfalt sind Ziele unseres Handelns. Seltene Arten wie Feuersalamander und Ringelnattern, Eisvögel, Schwarzstörche und Greifvögel sowie Fledermäuse und Igel sind hier zu Hause.

Wildtiere werden in ihrer Vielfalt vor allem als Nützlinge begriffen.

Das alte Handwerk Sensen ermöglicht eine besonders schonende Art der Mahd.

Verschiedene Ökosysteme werden erhalten, um Lebensräume zu sichern und Vielfalt zu fördern.

Drei Fragen an Detlev

1. Welcher Arbeit gehst du am liebsten nach?

Sehr gerne arbeite ich im Wald, mähe den Rasen oder pflege die Beete. Dies tue ich um den Pflanzen Platz zu schaffen, zu wachsen und sich entfalten zu können.

2. Was schätzt du besonders?

Ich schätze sehr, dass ich viel Draußen und in Waldesnähe arbeiten kann. Durch das unmittelbare Erleben der Dinge, die man isst, entsteht eine andere Beziehung zu den Nahrungsmitteln, als wenn ich sie im Geschäft kaufen würde. Das ist besonders.

3. Was möchtest du weitergeben?

Das Gärtnern unterstützt die Natur in Beet und Feld ins Gleichgewicht zu bringen. Es ist wunderbar zu Erleben, wie sich durch das Gestalten Neues entfalten kann.

Historie & Verein

1935 gründete der Maler und Bildhauer Walther Kniebe die Hofgemeinschaft Mucherwiese. Er erwarb das Anwesen, um angesichts der bedrohlichen politischen Situation in Deutschland eine Insel für künstlerischen und sozialen Austausch und für biologische Landwirtschaft auf anthroposophischer Grundlage zu schaffen.
Das alte Jagdhaus mit seinem umgebenen Wald wurde von Walther Kniebe mit Hilfe seiner Freunde für die neuen Zwecke umgestaltet.
Während der Kriegszeit ermöglichte die Mucherwiese weitgehende Autarkie. Die ‚Kulturinsel‘ wurde für viele Menschen zur Zufluchtsstätte. Auch das anthroposophische Leben konnte dort trotz Verbot weitergeführt werden und wird an vielen Stellen bis heute gepflegt.

1986 haben Walther Kniebes Erben die Mucherwiese dem gemeinnützigen Verein Mucherwiese e.V. übertragen. Die damaligen Gründungsimpulse wurden in Satzungszwecken festgeschrieben und die Zukunft des Ortes auf eine breitere Basis gestellt. Seit jeher ist der Gärtnerhof Begegnungsstätte für viele Generationen, Erholungsort für Familien und Rückzugsraum besonders für Ruhesuchende und Naturfreunde. Im Laufe der Jahrzehnte hat der Verein zudem vielen Menschen sinnvolle Arbeit gewährt, einen festen integrativen Arbeitsplatz eingerichtet und Raum für das heutige generationenübergreifende und integrative Wohnprojekt geschaffen.

Regionale Vernetzung

Der Verein ist u.a. mit dem regionalen Sozialverband Der Paritätische. Nordrhein-Westfalen, der Freien Waldorfschule Sankt Augustin sowie der Forstbetriebsgemeinschaft Siebengebirge und Organisationen im Bereich der Landschaftspflege wie der Biostation Rhein-Sieg und Natürlich Streuobst e.V. vernetzt.

„Am Pflanzenwachstum ist der ganze Himmel mit seinen Sternen beteiligt.“

Rudolf Steiner

Lage

20 km südlich von Bonn liegt rechtsrheinisch das Mucherwiesental am Rande des Naturschutzgebietes Siebengebirge. Der Bio- und Kulturhof Mucherwiese ist damit nicht nur ein Ort der Ruhe, sondern auch idealer Ausgangspunkt in das umliegende weitläufige Wandergebiet. Auch die vielfältige Kulturlandschaft des Rheinlandes ist nah.

Spendenkonto

DE80370502990000133124

Kontakt

Mucherwiese e.V.
Gemeinnütziger Verein zur Förderung anthroposophischer Initiativen
Mucherwiesenweg 45
53604 Bad Honnef
+49 (0)2224 – 7 16 97
kontakt(at)mucherwiese.de

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